“ … für meine Nachkommen, denn aus dem Leben der Vorfahren baut sich, bewusst oder unbewusst, das ihre auf.“

Friedrich Anton Müller-Uri
Wiesbaden, den 29. Juni 1923

Von 1860 bis heute

Friedrich Adolf Müller-Uri wurde am 14. September 1838 in Lauscha, Thüringen, geboren. Doch die Geschichte beginnt einige Jahre früher.

Friedrich hatte einen Onkel Ludwig, den Sohn eines Glasbläsers aus Lauscha in Ostdeutschland. Ludwig stellte Glasaugen für Puppen und Stofftiere her. Ein Augenarzt in Würzburg wurde auf die kunstvoll gefertigten Augen aufmerksam und kontaktierte Ludwig 1832, um ihn zu überzeugen, künstliche Augen für Menschen herzustellen.

Mit 16 Jahren begann Friedrich Adolf seine Lehre bei seinem Onkel Ludwig. Sechs Jahre später gründete er sein eigenes Unternehmen unter dem Namen „F. Ad. Müller“. Der Rest ist Geschichte, und wie es weiterging, können Sie hier nachlesen.

1860

Friedrich Adolf gründet sein eigenes Unternehmen und entwickelt zusammen mit seinem Freund, dem Glasmacher Christian Müller-Pathle, Kryolithglas, das deutlich reißfester ist als Knochenglas.

1870

Nach einer langen Zusammenarbeit mit dem Augenarzt Alexander Pagenstecher in Wiesbaden wird die Praxis zunehmend in Wiesbaden geführt und zieht in ein neu errichtetes Gebäude in der Rheinstraße in Wiesbaden um.

1879

Nach Friedrich Adolfs Tod im Jahr 1879 führten seine Söhne Friedrich Anton und Albert Carl das Unternehmen weiter. Sie bauten das Geschäft aus und stellten unter anderem Repliken verschiedener Augenkrankheiten zu Studienzwecken her.

1887

Das Unternehmen ändert seinen Namen
in F. Ad. Müller Söhne.

1889

Professor Hermann Snellen aus den Niederlanden, der Erfinder der Sehtafel, mit der jeder schon einmal seine Sehkraft getestet hat, ermutigte die Brüder Müller-Uri zur Entwicklung einer doppelwandigen, hohlen Prothese. Nach vielen Fehlversuchen gelang es ihnen 1892, eine hohle Glasprothese herzustellen, die unter dem Namen „Reform-Auge“ patentiert wurde.

1893

Das Grundstück in der Taunusstraße 44 in Wiesbaden wird erworben und wird zum deutschen Firmensitz, wo das Institut auch heute noch ansässig ist.

1899

Um die Jahrhundertwende, 1899/1900, nahmen Reisen mit Patientenbesuchen sowohl innerhalb als auch außerhalb Deutschlands zu. Damals wurden maximal vierzehn europäische Länder besucht. Heute sind es nur noch sechs.

1950

Das Unternehmen stellt mittlerweile auch Augenprothesen und Hilfsmittel aus medizinischem Kunststoff her; dieser Geschäftsbereich wurde 2012 aufgelöst.

2010

Das Unternehmen feiert sein 150-jähriges Bestehen und wird von Wiesbadens Bürgermeister mit einer städtischen Gedenktafel ausgezeichnet.